Projekte in Umsetzung

Grundschule NordWest

Perspektive Grundschule NordWest<br>ARGE Studio Leuschner | Büro Krucker | Balliana Schubert
Perspektive Grundschule NordWest
ARGE Studio Leuschner | Büro Krucker | Balliana Schubert

Neubau einer 4-zügigen Grundschule im Konzept der kooperativen Ganztagesbetreuung und einer 1-fach Turnhalle mit Außensportflächen, sowie Freianlagen

Der im Februar 2016 verabschiedete Schulentwicklungsplan sieht den Bau von zwei zusätzlichen Grundschulen vor, um den steigenden Einwohner- und Schülerzahlen Rechnung zu tragen. Eine Neuordnung der Schulsprengel und der geplante Neubau der Grundschule Nordwest an der Oberndorfer-/Parkstraße sollen die bestehenden Grundschulen St. Wolfgang und St. Nikola entlasten. Die Kosten für die neue Grundschule Nordwest werden auf 37 Millionen Euro geschätzt. Der Baubeginn ist Ende 2022 vorgesehen; bis zum Start des Schuljahres 2025/26 soll die neue Grundschule fertig sein.

Die Grundschule soll, begründet durch neue Lehrpläne und Lehrmethoden, auch räumlich auf diese Anforderungen reagieren und wird im Unterrichtsbereich in sog. Clustern mit Lernzentren realisiert. Der Frontalunterricht (Orientierung zur Tafel, Lehrer vermittelt den Lernstoff) wird zukünftig nur noch einen geringen Teil des Unterrichtes ausmachen. Die Vielfalt von Kindern und Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Lernstilen, Begabungen und Bedürfnissen soll sich in den Lernumgebungen widerspiegeln. Ausreichende Anzahl an Möglichkeiten für eine Differenzierung des Unterrichtes, insbesondere der Inklusion, Kleingruppenarbeit, Beratungsgespräche, für die Arbeit in Teams sowie Lagermöglichkeiten für Materialien sollen realisiert werden.
Die Schule soll nicht nur Lern- und Arbeitsraum, sondern auch Lebensraum sein, der als solcher auch mit entsprechender Aufenthaltsqualität gestaltet werden muss.

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Gesamtübersicht Schulcampus
Gesamtübersicht Schulcampus

Das Projekt setzt sich aus drei Baukörpern zusammen: der Schule, einem radialen Bau mit Laubengang, organisiert in sogenannten Clustern mit Lernzentren, der Mensa im Norden des Schulgebäudes durch einen Verbindungsgang an diese angebunden, sowie einer eingeschossigen Sporthalle mit einem zweigeschossigen Funktionstrakt. Der Entwurf sieht zwei zylindrische Baukörper für Grundschule (dreigeschossig) und Mensa (eingeschossig) vor. Die notwendige Turnhalle wird als Erweiterungsbau der bestehenden Turnhalle der Wirtschaftsschule ausgeführt. Durch die Anordnung der Einzelbaukörper und das Verlagern der neue Turnhalle an die alte Halle wird großzügiger Außenraum auf dem Grundstück geschaffen. Die Bäume entlang der Park- und Oberndorfer Straße können erhalten bleiben und bilden eine natürliche Einfassung der Schule und vor allem Ihres Pausenhofes.

Dem Raumprogramm für die Grundschule liegen die „Leitlinien für die Schulneubauten in Landshut“ des Staatlichen Schulamts in Landshut und die Flächenanforderungen des städtischen Schulverwaltungsamts zu Grunde. Gemäß dieser Leitlinien wird Schule als Zentrum des Lernens verstanden, in dem Schüler alleine und mit anderen das Lernen lernen und über die Dinge des Lebens lernen. Um den vielfältigen Anforderungen an einen modernen, zukunftsweisenden Schulbau zu entsprechen, wurden in den Schulen Raumkonzepte umgesetzt, die in dezentralen Lernbereichen angeordnet sind: das sogenannte Konzept der Lernhäuser,   in das inzwischen auch die Schulkindbetreuung integriert wurde, in dem in jedem Lernzentrum auch Räume für die Schulkindbetreuung außerhalb der Unterrichtszeiten vorgesehen sind. Das so erweiterte Flächenangebot ergänzt sich und die Flächen können wesentlich zielgerichteter und effizienter genutzt werden.

Mensa und Außensportflächen werden mit der Wirtschaftsschule gemeinsam genutzt. Bei der Freiflächengestaltung wird somit eine räumliche und optische Beziehung zwischen der neuen Grundschule und der bestehenden Wirtschaftsschule geschaffen. So soll der Eindruck vermittelt werden, es handle sich um einen gemeinsamen Schulcampus. Die 100 m Laufbahn muss an die Westgrenze des Gesamtgrundstücks verlegt werden; inmitten des Areals entsteht ein Rasenspielfeld. Das Hausmeisterhaus und die bestehende Fahrradhalle werden entfernt um die Außenanalagen insgesamt neu ordnen zu können. Die Hol- und Bringzone für die Schulkinder („Kiss & Ride“) wird in die Oberndorferstraße verlegt, die Oberndorferstraße dazu auch teilweise beruhigt. Um die anschließende Wohnsiedlung nicht übermäßig durch das erhöhte Verkehrsaufkommen zu belasten, wird am nördlichen Parkplatz eine Wendeschleife vorgesehen. Die Straßenecke Parkstraße/ Oberndorferstraße soll zudem  durch eine Ampelanlage für alle Verkehrsteilnehmer, besonders aber für Schüler, Radfahrer und Fußgänger sicher gestaltet werden. Für die Umsetzung dieses umfangreichen Programms von Schule, Mensa, zusätzlicher 1-fach Turnhalle den Außensportflächen für beide Schulen und die dadurch notwendige Neuorganisation der Außenanlagen der Wirtschaftsschule müssen im Bereich der Wirtschaftsschule, vor allem an der Westgrenze, ca. 60 Bäume gefällt werden. Die Maßnahme wurde vorab in der Planungszeit 2019 durch den Umweltsenat bestätigt, im inzwischen aufgestellten B-Plan festgelegt und im Bauantrag entsprechend beantragt. Selbstverständlich werden alle Bäume durch 80 Ersatz- und Neupflanzungen ersetzt.

Für für die Realisierung der GS Nordwest muss der bestehende Bolzplatz aufgelöst werden, der bisher zur öffentlichen Nutzung zur Verfügung stand. Die Verwaltung prüft jedoch, ob es zwischen der alten und neuen Siedlung Wolfgang einen anderen Ort gibt, an dem ein neuer Bolzplatz zur Verfügung gestellt werden kann. Der bestehende Kinderspielplatz Ecke Parkstraße/Oberndorferstraße wird verringert und vom Stadtgartenamt der Stadt Landshut neu gestaltet.

Aktuelles: Die Ausführungsplanung ist weitgehend abgeschlossen, die ersten Vergaben sind erfolgt und der Baubeginn für Mitte September festgelegt.

Zeitplan: 

Februar - August 2018: Architektenwettbewerb

März 2019 Projektstart September 2019: Vorstellung des Vorentwurfsplanung September 2020: Vorstellung Entwurfsplanung im Bausenat

Januar 2021 Beginn der Werk- und Detailplanung

Dezember 2021  Baugenehmigung Einreichung des Förderantrags, Genehmigung wird im Mai 2022 erwartet

Juni 2022: Förderbescheid als Voraussetzung für die Vergabe von Bauleistungen

Mai 2022: Beginn der Angebotseinholung

September 2022 Baubeginn mit vorbereitenden Maßnahmen, Außenanlagen Wirtschaftsschule

Januar 2023: Baubeginn Rohbau Grundschule

Juli 2023: Baubeginn Rohbau Turnhalle

Fertigstellung: geplant zum Schuljahr 2025/26

Bauherr:    Stadt Landshut
Projektleitung: Amt für Gebäudewirtschaft
Baubeginn:
September 2022
Geplante Baufertigstellung:    Schuljahresbeginn 2025/26
Kosten:
geschätzte Bau- und Baunebenkosten 37 Millionen Euro
Förderung: geschätzt voraussichtlich nach Art. 10 FAG 12 Millionen Euro; förderfähige Kosten für eine fünfzügige Schule ca. 24,4 Millionen Euro

Wettbewerbsergebnis

ARGE Studio Leuschner Büro Krucker Balliana Schubert, München/ Zürich

Ziel des Entwurfs ist es, den Charakter der bestehenden Parklandschaft zu bewahren. Dazu werden Schule und Mensa jeweils als runde, pavillonartige Gebäudekörper in den unbewachsenen Bereichen des Grundstücks angeordnet, wodurch der umgebende Landschaftsraum durchlässig und zusammenhängend erscheint. Der Baumbestand bleibt hier fast vollständig erhalten und wird durch Neupflanzungen ergänzt. Die Einfachsporthalle ist als Grenzbebauung zur bestehenden Zweifachsporthalle der Wirtschaftsschule angedacht, wodurch sich funktionale Synergien und eine bessere Ausnutzung des Grundstücks ergeben.