Projekte in Umsetzung

Neubau Marschallsteg

Plan Marschallsteg
Plan Marschallsteg

Neubau des Steges als Geh- und Radwegbrücke über die Große Isar in der Verlängerung der Marschallstraße

Der Steg wurde im Jahr 1969 aus den Teilen des bei der Schochkaserne in Landshut abgebauten Ostendsteges als dauerhafte Behelfsbrücke errichtet und 1988 mit einem neuen Überbau versehen. Die Brücke entsprach in vielen Punkten nicht mehr den aktuellen Regelwerken und stellte daher eine Gefahrenstelle dar. Diese Mängel machten den Neubau erforderlich. Der neue Steg wird auch von Fahrzeugen der Feuerwehr und der Rettungsdienste sowie von Servicefahrzeugen für den Winterdienst und die Brückenprüfung befahrbar sein. Die Brücke ist in erster Linie als sichere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer und zudem als Zufahrt und Querungsmöglicheit für Rettungsfahrzeuge geplant. Um Einschränkungen während der Bauphase möglichst gering zu halten, wird die neue Brücke zunächst oberstromig der Bestandsbrücke errichtet. Die bestehende Brücke wird erst nach Inbetriebnahme des neuen Steges rückgebaut. Durch diese Querung der Großen Isar wird dem Stadtratsbeschluss von Mai 2018 entsprochen.
Die Radwegverbindung über die Große Isar zwischen Marschallstraße und Karlsbader Straße wird stark genutzt. Neben dem Hauptfriedhof und dem Mütterzentrum wird über den Marschallsteg auch die Grundschule Peter und Paul an der Niedermayerstraße erreicht. Es handelt sich daher auch um eine wichtige und kurze Schulwegverbindung.
Zudem ist der Marschallsteg Teil überregionaler Radwege und beschilderter Stadtteilrouten. Insbesondere führen der Isar-Laber-Radweg sowie die Deutschlandroute Ostsee-Oberbayern über die Brücke.

Ein Video zur Erneuerung des Marschallstegs der Stadtwerke Landshut:

 

 

Aktuelles: Am 22. Oktober ist an der Schützenstraße mit einem großen Kran der erste Brückenträger des neuen Marschallstegs unmittelbar neben dem alten Steg auf den Pfeiler in der Mitte der Isar gehoben worden. Vor Ort wurden die Stahlteile zusammengeschweißt, zudem montierten die Stadtwerke Rohrleitungen für Fernwärme, Wasser, Strom und Gas an der Unterseite. 60 Tonnen wiegt der 32 Meter lange Stahlträger, weitere zehn Tonnen die daran befestigten Leitungen. Zudem erfolgte die Übergabe des Zuweisungsbescheids. Der Freistaat fördert den Bau mit 1,17 Millionen Euro. Am 24. Oktober erfolgte die Einhebung des zweiten Brückenteils. Am 4. November wurden weitere Teile angeliefert. Die schweren Stahlteile werden mit einem Autokran eingehoben.

So geht es weiter: Die beiden Stahlträger werden zusammengeschweißt. Nach den Schweißarbeiten werden die Betonfertigteile für den Überbau verlegt.

Bildergalerie zum aktuellen Baufortschritt

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Lageplan Marschallsteg
Lageplan Marschallsteg

Vorgeschichte der Planung:

Das bestehende Brückenbauwerk wurde im Jahr 1969 aus den Teilen einer bei der damaligen Kaserne in Landshut rückgebauten Brücke, dem sog. „Ostendsteg“ hergestellt. Dieser Ostendsteg wurde ursprünglich 1951 errichtet und bildet bis heute das Traggerüst des Marschallsteges. Der Überbau wurde 1988 durch eine Holzkonstruktion ersetzt. Die letzte Brückenhauptuntersuchung am Marschallsteg wurde 2013 durchgeführt. Durch den Prüfer wurden einige Mängel an den Holz-, Beton- und Stahlteilen festgestellt. Im Nachgang zur Prüfung wurden weitere Untersuchungen durchgeführt. Außerdem wurden 2014 die Wandstärken der Brückenpfeiler unter Wasser und in der Wasserwechselzone mittels Ultraschall gemessen. Dabei war an allen Brückenpfeilern starke Korrosion zu erkennen. Es erfolgte schließlich eine Ergänzung des Prüfberichts zur Hauptuntersuchung. Seitens der Stadtwerke Landshut wurde im August 2017 die Tragfähigkeit des bestehenden Brückenbauwerks im Hinblick auf die Möglichkeit weiterer Leitungsanordnungen untersucht. Die Standsicherheit mit zusätzlichen Fernwärmeleitungen war nicht gegeben.
Neben den angeführten Mängeln gab es am Steg immer wieder Schwierigkeiten mit Treibgut. Im Hochwasserfall entstanden wegen des geringen Abstandes der Flusspfeiler zueinander häufig Verschlüsse die eine Sperrung des Steg zur Folge hatten, da die Standsicherheit bei dem hohen Druck des Treibguts nicht gewährleistet werden konnte.
Ein weiterer Gefahrenpunkt war die Sicht an der Einmündung des Geh- und Radwegs an der Schützenstraße. Die Schützenstraße ist vom Marschallsteg kommend erst sehr spät einsehbar. Ein Winterdienst war auch aufgrund des Holzbelags bislang nicht möglich. Die geringe Tragfähigkeit bereitete auch Schwierigkeiten im Unterhalt. Eine Sanierung oder Instandsetzung war nicht zielführend, weil damit die Mängel hinsichtlich Tragfähigkeit, Standsicherheit, Dauerhaftigkeit, Verkehrssicherheit und Brückenunterhalt nicht beseitigt hätten werden können. Die Tragfähigkeit wird durch den Neubau erhöht. Die Anzahl der Pfeiler wird auf einen reduziert, um die Gefahr von Treibgut-Verschlüssse zu minimieren. Ein regelkonformer Absturz- und Anprallschutz wird hergestellt.

Darüber hinaus war keine Befahrbarkeit durch Rettungsdienste oder die Feuerwehr möglich. Von den Verantwortungsträgern und dem Stadtrat wird eine weitere Querungsmöglichkeit zwischen der Podewilsstraße und der Konrad-Adenauer-Straße für erforderlich gehalten. Dafür ist der Marschallsteg sehr gut geeignet, da sich dieser auf halber Höhe zwischen den vorhandenen Isarbrücken und sehr nahe zur Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr an der Niedermayerstraße befindet.

Verbesserung der Verkehrssicherheit:

Die Sichtbeziehungen an der Schützenstraße werden deutlich verbessert, indem Sichtdreiecke geschaffen werden. Der Einmündungsbereich wird deutlich früher erkennbar und überschaubar. Sowohl Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer, als auch für blinde und sehbehinderte Menschen wird die sichere Querung der Schützenstraße möglich. Bodenindikatoren und geeignete Bordhöhen werden hergestellt.

Bei den statischen Berechnungen wurden Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 16 Tonnen berücksichtigt. Ein ordnungsgemäßer Bauwerksunterhalt wird erstmalig sichergestellt. Mit dem vorgesehenen Asphaltbelag wird ausreichend Rutschsicherheit gewährleistet.

Die Anzahl der Flusspfeiler wird von vier auf einen reduziert. Dadurch wird die Gefahr durch Treibgut deutlich verringert. Künftig sind weitaus weniger bis gar keine Sperrungen für den Steg nach Hochwasserereignissen zu erwarten.

Die geplante Fernwärmeversorgung von Mitterwöhr durch die Stadtwerke wird im Zuge des Brückenneubaus möglich.

Bei der Erneuerung handelt es sich somit erstmals um eine verkehrssichere, dauerhafte und den Vorschriften entsprechende Brücke.

Standort: Die neue Brücke wird etwa 6,5 m oberstrom des bestehenden Bauwerks errichtet. Die Führung des Geh-/ Radweges wird an den neuen Brückenstandort angepasst und bleibt im Übrigen unverändert.

Gewählte Ausführung: Stahl-Verbund-Brücke in Segmentbauweise über zwei Felder. Die Stahlträger wurden aus wetterfestem Stahl hergestellt. Bei dieser speziellen Legierung entsteht an der Oberfläche eine Patina in rostbrauner Farbe, welche den Stahl vor Korrosion schützt. Diese Variante stellte sich auch als die wirtschaftlichste heraus.
Lichte Weite der Brücke: 63,4 Meter
Länge: 64,9 Meter
Der neue Steg hat eine vier Meter breite Fahrbahn, die sich Fußgänger und Radfahrer teilen, sowie links und rechts jeweils ein 50 Zentimeter breites Schrammbord haben. Damit bekommen die Fußgänger und Radfahrer etwas mehr Platz, der alte Steg war nur 3,50 Meter breit.

Zeitplan:

Bis Januar 2019: Ausführungsplanung mit Vorbereitung der Vergabe
April 2019: Beginn der Bauarbeiten
Herbst 2019: Abschluss der Bauarbeiten
 

 

Bauherr: Stadt Landshut
Projektleitung: Tiefbauamt
Baubeginn: April 2019
Geplante Baufertigstellung: Herbst 2019
Kosten: 2,68 Mio. Euro
voraussichtliche Förderung: 1,17 Mio. Euro + Beitrag der Stadtwerke 500.000 Euro